Ihr Worte, auf, mir nach! (Uraufführung)
„Es gibt ein Wort von Hölderlin, das heißt, dass der Geist sich nur rhythmisch ausdrücken könne. Musik und Dichtung haben eine Gangart des Geistes. Sie haben Rhythmus, in dem ersten, dem gestaltgebenden Sinn. Darum vermögen sie einander zu erkennen. Darum ist da eine Spur“, schreibt Ingeborg Bachmann in ihrem Essay „Musik und Dichtung“.
Dieser Spur folgen die Schauspielerin und Sängerin Angela Winkler und der Musiker und Komponist Uli Johannes Kieckbusch in ihrer Hommage zum hundertsten Geburtstag der zur Ikone gewordenen Dichterin.
Ingeborg Bachmann, am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren, gilt als wichtigste weibliche Stimme der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Ihre Gedichte und Erzählungen handeln von Menschen in existentieller Not: Sie stehen vor Entscheidungen, bei denen es um Liebe geht, um Wahrheit, um Leben, um Tod. Die Kühnheit ihrer Sprache, die Schärfe ihrer Erkenntnis und die Unbedingtheit ihrer Gefühle haben nichts von ihrer erschütternden Radikalität eingebüßt.
